Plug & Play - Wie das vernetzte Labor Realität wird

Autor: Moriz Walter (Leiter Produktentwicklung WALDNER Lab Space Solutions)

Wenn über die Digitalisierung von Laboren gesprochen wird, stehen häufig Datenplattformen, Automatisierung oder Künstliche Intelligenz im Fokus. Die Grundlage dafür wird jedoch oft übersehen: Geräte und Systeme müssen zunächst zuverlässig miteinander kommunizieren können. 

Moritz Walter
Moriz Walter, Leiter Produktentwicklung bei WALDNER Lab Space Solutions, mit der LADS-fähigen Vakuumpumpe von VACUUBRAND im Lab Control Center.

Genau an diesem Punkt setzt das Lab Control Center (LCC) von WALDNER an. Die offene Plattform vernetzt Geräte, Infrastruktur und Datenquellen herstellerübergreifend und schafft damit die Basis für digitale Laborprozesse. 

Für Moriz Walter, Leiter Produktentwicklung bei WALDNER Lab Space Solutions, ist dieser Schritt eine konsequente Weiterentwicklung: „Die digitale Integration war für uns der nächste logische Schritt.“ Wie diese Vision in der Praxis funktioniert, zeigte WALDNER gemeinsam mit VACUUBRAND auf der analytica 2026 im Live Lab. 

Bewährte Partnerschaft trifft digitale Zukunft

Die Zusammenarbeit zwischen WALDNER und VACUUBRAND besteht bereits seit vielen Jahren. Die Vakuumtechnologie des Herstellers kommt regelmäßig in Laborprojekten zum Einsatz und ist entsprechend eng mit der Laborinfrastruktur verknüpft. 

Mit dem LCC entstand nun die Möglichkeit, diese bewährte Zusammenarbeit auf eine neue Ebene zu heben. Statt lediglich physisch integriert zu sein, sollten die Geräte künftig auch digital mit der Laborumgebung verbunden werden. 

Möglich wird dies durch den Kommunikationsstandard LADS OPC UA, der auf herstellerübergreifende Interoperabilität ausgelegt ist. Gemeinsam mit Standards wie SiLA verfolgt er das Ziel, Laborgeräte unterschiedlicher Hersteller ohne individuelle Programmierung miteinander kommunizieren zu lassen.

Der Härtetest auf der analytica

Kurz vor Messebeginn wurden die LADS-fähige VACUUBRAND-Vakuumpumpe und das WALDNER Lab Control Center erstmals direkt miteinander verbunden. Die Voraussetzungen waren dabei bewusst praxisnah gewählt: keine aufwendige Individualintegration, sondern eine standardisierte Anbindung über LADS OPC UA.

Das Ergebnis war eindeutig. Die Integration funktionierte auf Anhieb.

Für Moriz Walter ist genau das die zentrale Botschaft: „Das zeigt, wie schnell sich durch standardisierte Schnittstellen funktionierende Gesamtlösungen realisieren lassen – deutlich effizienter als bei klassischen individuellen Integrationen.“ 

Über das LCC konnten Besucherinnen und Besucher der Messe die Zustände der Vakuumpumpe in Echtzeit verfolgen. Betriebsdaten und Statusinformationen wurden direkt visualisiert und standen zentral zur Verfügung.

Warum offene Standards entscheidend sind

Die erfolgreiche Demonstration ist mehr als ein technischer Machbarkeitsnachweis. Sie zeigt, welches Potenzial in offenen Kommunikationsstandards steckt.

Viele Labore kämpfen heute noch mit Insellösungen. Geräte liefern zwar Daten, diese befinden sich jedoch häufig in voneinander getrennten Systemen. Die Folge sind Medienbrüche, zusätzlicher Integrationsaufwand und eingeschränkte Transparenz.

Mit dem LCC verfolgt WALDNER einen anderen Ansatz. Die Plattform sammelt Informationen aus unterschiedlichen Quellen und stellt sie zentral bereit. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für Monitoring, Analyse, Dokumentation und zukünftige Automatisierung.

Für Laborbetreiber bedeutet das nicht nur mehr Transparenz, sondern auch effizientere Prozesse und eine bessere Grundlage für datengetriebene Entscheidungen.

Das Lab Control Center (LCC) als zentrale Datendrehscheibe

Im Mittelpunkt steht dabei nicht das einzelne Gerät, sondern das Zusammenspiel des gesamten Labors. Das LCC übernimmt die Rolle einer zentralen Datendrehscheibe. Geräte unterschiedlicher Hersteller können integriert, Daten zusammengeführt und Prozesse übergreifend betrachtet werden.

Die erfolgreiche Einbindung der VACUUBRAND-Vakuumpumpe zeigt exemplarisch, wie dieses Konzept in der Praxis funktionieren kann. Was heute für eine Vakuumpumpe gilt, lässt sich künftig auf zahlreiche weitere Laborgeräte übertragen.

Die Vision: Das USB-Prinzip für Labore

Langfristig verfolgt Moriz Walter eine klare Vision: Laborgeräte sollen sich so einfach integrieren lassen wie ein USB-Gerät am Computer. Statt individueller Schnittstellenprojekte könnten Anwender Geräte anschließen und unmittelbar auf deren Daten zugreifen. Offene Standards wie LADS OPC UA schaffen dafür die Voraussetzungen. „Digitalisierung im Labor ist kein ‚Ob‘ oder ‚Wann‘ mehr – wer sie jetzt nicht mitdenkt, ist zu spät.“, ist Moriz Walter überzeugt. 

Die Live-Demo auf der analytica 2026 hat gezeigt, dass dieser Weg längst begonnen hat. Und dass WALDNER mit dem LCC eine zentrale Rolle dabei spielt, die digitale Vernetzung im Laboralltag Wirklichkeit werden zu lassen. 

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