Mehr als Evolution: Wie der DOSOMAT move die Regeln der Abfülltechnik verändert

Die Anforderungen an moderne Produktionslinien haben sich grundlegend gewandelt. Wo früher lange Laufzeiten und standardisierte Produkte dominierten, sind heute Flexibilität, schnelle Formatwechsel und maximale Verfügbarkeit gefragt. Mit dem DOSOMAT move wollten wir deshalb nicht einfach eine bestehende Anlage verbessern, sondern ein völlig neues Konzept schaffen. Herausgekommen ist eine Lösung, die unabhängige Prozessbahnen, hohe Anpassungsfähigkeit und wirtschaftliche Effizienz miteinander verbindet. Im Interview erklären Adrian Hermann (Vertriebsleiter) und Muhammer Kör (Geschäftsfeldleiter) von DOSOMAT Packaging Solutions, welche Marktanforderungen die Entwicklung geprägt haben, warum modulare Anlagenarchitekturen zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden und welche Rolle künstliche Intelligenz künftig in der Verpackungstechnik spielen wird.

Interviewpartner Adrian Hermann und Muhammer Kör

Wer heute eine Produktionsanlage neu entwickelt, tut dies nicht im luftleeren Raum. Neue Marktanforderungen, veränderte Produktionsprozesse und konkrete Herausforderungen aus der Praxis geben häufig die Richtung vor. Wie war das beim DOSOMAT move? Was gab den Ausschlag für die Entwicklung und welche Rolle spielten die Wünsche Ihrer Kunden dabei? 

Adrian Hermann: Der Impuls kam ganz klar aus dem Markt. Unsere Kunden stehen heute unter enormem Druck: kleinere Losgrößen, mehr Varianten, häufigere Produktwechsel. Viele haben uns gespiegelt, dass klassische Linien dafür zu starr und zu aufwendig sind. Daraus ist die Idee entstanden, ein System zu entwickeln, das diese Dynamik wirklich beherrscht.

Muhammer Kör: Wir haben die Entwicklung bewusst von Grund auf neu gedacht – nicht ausgehend von bestehenden Maschinen, sondern ausgehend von den Anforderungen moderner Produktion. Ziel war eine Anlage, die Flexibilität, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit gleichzeitig liefert.“ „Wir sehen zudem eine klare Entwicklung hin zu individualisierten Produkten und kürzeren Produktlebenszyklen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Hygiene, Effizienz und Nachhaltigkeit. Das passt oft nicht mehr zu klassischen Abfüllkonzepten. Ein zentrales Problem war, dass bei vielen Anlagen ein Störfall sofort die gesamte Linie ausbremst. Genau hier setzen wir an – mit unabhängigen Bahnen und einem intelligent gesteuerten Produktfluss.

Wann war klar: Wir werden nicht nur adaptieren und hier und da ändern, sondern wir müssen das Konzept komplett neu denken? Also: Ist der DOSOMAT move eher Evolution oder echter Paradigmenwechsel?

Adrian Hermann: Für mich ist es ganz klar ein Paradigmenwechsel. Wir sprechen nicht über Optimierung im Detail, sondern über eine neue Art, Produktionslinien zu denken. Mit dem DOSOMAT move haben wir unsere Verpackungsanlage von Grund auf neu konzipiert. Das zeigt sich z. B. in der Architektur mit Einzelstationen und unabhängiger Steuerung – das ist ein anderes Prinzip als klassische Linien.

Wie muss man sich den Entwicklungsprozess einer solchen Innovation vorstellen und was war technisch die größte Herausforderung?

Adrian Hermann: Unser Anspruch bei der Entwicklung des DOSOMAT move war derselbe wie der unserer Kunden: die Time-to-Market deutlich zu verkürzen. Deshalb haben wir den Entwicklungsprozess sehr dynamisch gestaltet und konsequent darauf ausgerichtet, schnell zu validieren, zu optimieren und neue Anforderungen zu integrieren.
Die größte technische Herausforderung bestand darin, ein Höchstmaß an Flexibilität mit einer zuverlässigen und wirtschaftlichen Produktion zu verbinden. Ziel war eine Anlage, die sich schnell an unterschiedliche Produkte und Formate anpassen lässt, ohne Kompromisse bei Performance, Prozesssicherheit oder OEE einzugehen.

Was unterscheidet den DOSOMAT move am stärksten von bisherigen DOSOMAT Anlagen oder generell von anderen Lösungen am Markt?

Muhammer Kör: Viele Anlagen sind entweder flexibel oder effizient. Der DOSOMAT move kann beides – und das ist im Markt ein echter Unterschied. Das Kernmerkmal ist die Kombination aus modularer Architektur, linearisiertem Produktfluss und unabhängiger Bahnsteuerung. Dadurch entfallen klassische Engpässe und die Verfügbarkeit steigt deutlich.

Welche Rolle spielte der Austausch mit Kunden während der Entwicklung?  

Adrian Hermann: Der Austausch mit Kunden war essenziell. Viele der heutigen Features – insbesondere beim Handling und bei Formatwechseln – gehen direkt auf Kundenfeedback zurück.

Muhammer Kör: Wir haben sehr eng mit Pilotkunden gearbeitet und reale Produktionsszenarien zugrunde gelegt. Ohne diesen Praxisblick wäre das Projekt nicht in dieser Form möglich gewesen.

Welche Rückmeldungen erhalten Sie bislang von Kunden?

Adrian Hermann: Besonders positiv ist das Feedback zur Flexibilität und zu den schnellen Formatwechseln.

Muhammer Kör: Kunden schätzen vor allem die hohe Anlagenverfügbarkeit und dass Störungen nicht mehr gleich die komplette Linie betreffen.

Was verändert sich für Produktionsmitarbeiter konkret im Alltag, bzw. welche Vorteile merken Kunden als Erstes?

Adrian Hermann: Produktionsteams merken als Erstes: Die Anlage ist einfacher zu bedienen und deutlich schneller umzurüsten. Formatwechsel sind teilweise in unter fünf Minuten möglich und sogar werkzeugfrei. Das reduziert Stillstandzeiten massiv.

Wo liegen die größten Einsparpotenziale im laufenden Betrieb? Ist Nachhaltigkeit heute eher Kundenerwartung oder echter wirtschaftlicher Faktor?

Adrian Hermann: Nachhaltigkeit ist längst ein wirtschaftlicher Faktor. Energie, Material und Effizienz haben direkten Einfluss auf die Kosten.

Muhammer Kör: Wir reduzieren z. B. Energieverbrauch und Wartungsaufwand durch weniger Bauteile und nutzen Prinzipien wie ‚No-Cup-No-Fill‘, um Produktverluste zu vermeiden.

Welche Details der Anlage werden oft unterschätzt, machen aber einen großen Unterschied, z. B. wie stark hilft eine intuitive Bedienung gegen Fachkräftemangel und Schulungsaufwand?

Adrian Hermann: Ein riesiger Faktor ist die Bedienbarkeit – gerade im Kontext Fachkräftemangel. Dazu kommt, dass Ergonomie, klare Sicht auf Prozesse und ein konstanter Bedienabstand Fehler und Schulungsaufwand deutlich reduzieren.

Wohin entwickelt sich der Markt in den kommenden fünf bis zehn Jahren? Welchen Einfluss hat KI auf die Abfüll- und Verpackungstechnik? Welche Anforderungen werden Kunden künftig an Maschinenbauer stellen?

Muhammer Kör: Der Markt wird noch dynamischer – mehr Varianten, kürzere Zyklen, mehr Individualisierung. Und was KI angeht: Vor allem in Richtung vorausschauende Wartung, Prozessoptimierung und adaptive Steuerung wird sich hier ganz viel tun. Maschinen müssen künftig noch stärker selbstständig reagieren können.

Auf welchen Aspekt der Entwicklung sind Sie persönlich am meisten stolz?

Adrian Hermann: Ich bin besonders stolz darauf, dass wir ein Produkt geschaffen haben, das ein reales Kundenproblem löst und echten Mehrwert bietet. Am meisten beeindruckt mich aber der Weg dorthin. Der DOSOMAT move ist nicht die Leistung Einzelner, sondern das Ergebnis eines Teams, das mit großem Engagement, Kreativität und technischem Know-how an einem gemeinsamen Ziel gearbeitet hat.
Wenn man erlebt, was durch echte Zusammenarbeit entstehen kann, wird deutlich: Die besten Lösungen entstehen selten allein – sie entstehen dort, wo Menschen ihre Stärken zusammenbringen und sich gegenseitig besser machen.

Muhammer Kör: Für mich ist es die Tatsache, dass wir ein komplett neues Anlagenkonzept erfolgreich realisiert haben – von der Idee bis zur marktreifen Lösung. Gleichzeitig haben wir neue Wege gefunden, diese Innovation zugänglich zu machen. In unserem digitalen Showroom können Kunden den DOSOMAT move und seine Funktionen detailliert erkunden und sich einen umfassenden Eindruck vom Anlagenkonzept verschaffen.

Wenn Sie den DOSOMAT move in drei Worten beschreiben müssten – welche wären das?

Adrian Hermann: Flexibel. Effizient. Zukunftssicher.

Muhammer Kör: Modular. Intelligenter. Konsequenter.

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